Studien zeigen, Nervenschäden bei Diabetes schreiten oft voran

(djd). Wer spürt, dass die Füße kribbeln, brennen oder langsam “taub” werden, sollte nicht abwarten, sondern schnell etwas gegen diese Beschwerden unternehmen. Sie sind in vielen Fällen Anzeichen einer Nervenschädigung, der sogenannten Neuropathie. Sie wird laut dem Diabetesinformationsdienst des Münchner Helmholtz-Zentrums bei Diagnose eines Typ-2-Diabetes bereits bei zwölf Prozent der Patienten gefunden. Insgesamt entwickelt etwa jeder dritte Diabetiker in Folge seiner Stoffwechselstörung eine Neuropathie. Wird sie nicht behandelt, so kann sich die Pein verstärken. Zugleich steigt das Risiko der Betroffenen, dass die Füße immer weniger sensibel werden und sich das gefürchtete diabetische Fußsyndrom entwickelt – die häufigste Ursache für Amputationen in Deutschland. Zu diesen alarmierenden Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift “Pain” veröffentlicht wurde.

 

Nervenschmerzen entstehen oft als erstes an den Füßen. Werden sie nicht behandelt, schreitet eine Schädigung der Nerven meist weiter voran und die Beschwerden nehmen zu.
Nervenschmerzen entstehen oft als erstes an den Füßen. Werden sie nicht behandelt, schreitet eine Schädigung der Nerven meist weiter voran und die Beschwerden nehmen zu.
Foto: djd/Wörwag Pharma/COLOURBOX

 

Starker Schmerz, unempfindliche Füße

Das Paradoxe an der schleichenden Entwicklung der Nervenschmerzen ist, dass zugleich das Empfindungsvermögen der Füße herabgesetzt ist: Je stärker der Schmerz, umso unempfindlicher sind die Füße. Dadurch werden echte Schmerzreize wie Wunden, drückende Schuhe oder Brandblasen nicht mehr richtig wahrgenommen. Sechs Tipps, wie Betroffene achtsam mit ihren Füßen umgehen und dadurch Nervenschmerzen und schweren Folgen entgegenwirken können, gibt es unter www.rgz24.de/nervenschmerzen. Dort gelangt man auch zu einem Video, das zeigt, mit welchen Übungen man die Behandlung unterstützen kann.

Gegenmaßnahmen ergreifen

Wichtig ist es laut Diabetologen, zunächst alle nervenschädigenden Faktoren möglichst auszuschalten. Das bedeutet zum Beispiel, auf eine gute Einstellung des Blutzuckers zu achten, denn ein erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt Nerven und Blutgefäße. Hinzu kommt, dass viele betroffene Diabetiker einen großen Bedarf an einem wichtigen Nervenvitamin haben: dem Vitamin B1. Sie scheiden es vielfach verstärkt über die Nieren aus, wodurch ein Mangel entsteht. Die Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin kann einem nervenschädigenden Defizit entgegenwirken, weil sie vom Körper wesentlich besser aufgenommen wird als das einfache Vitamin B1. Dadurch kann sie auch Beschwerden wie Kribbeln, Brennen, Schmerzen und Taubheit in den Füßen lindern. Sie ist beispielsweise in “milgamma protekt” enthalten, das es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Vitamin B1 ist für den Zuckerstoffwechsel und eine gesunde Nervenfunktion unverzichtbar – ein Mangel fördert die Entwicklung von Neuropathien und kann die schädigende Wirkung des erhöhten Blutzuckers verstärken.

 

Eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt hilft, Nervenschäden festzustellen und Folgen wie das diabetische Fußsyndrom zu verhindern.
Eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt hilft, Nervenschäden festzustellen und Folgen wie das diabetische Fußsyndrom zu verhindern.
Foto: djd/COLOURBOX

 

Gesunder Lebensstil unterstützt die Therapie

Ein gesunder Lebensstil kann erheblich dazu beitragen, den Diabetes und Folgeerkrankungen wie Nervenschäden und -schmerzen in den Griff zu bekommen. Dabei ist es nicht entscheidend, auf zuckerfreie Diätprodukte zurückzugreifen, sagt Dr. Helga Zeller-Stefan, Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin aus Essen. Man solle sich bewusst ernähren und darauf achten, nicht zu viele zuckerreiche Lebensmittel zu sich zu nehmen. Experten empfehlen, reichlich Proteine (zum Beispiel durch Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen) und viel frisches Gemüse aufzutischen. Kommt man zusätzlich in Bewegung, ist ein weiterer Schritt getan, der Erkrankung entgegenzuwirken.

 

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