Erinnerungsdiamanten erzeugen neue Akzente in der Bestattungskultur

 

(djd). Die Bestattungskultur ist im Wandel – hin zu individuelleren Gedenk- und Erinnerungsformen. Vor etwa 16 Jahren entstand beispielsweise in der Schweiz die Idee, aus einem Teil der Kremationsasche des oder der Verstorbenen einen Diamanten herzustellen. Das Schmuckstück besitzt dieselben chemischen, physikalischen und optischen Eigenschaften wie ein natürlicher Diamant. Hier die Antworten auf drei wichtige Fragen zum Erinnerungsdiamanten.

 

Diamant aus Kremationsasche
Erinnerungsdiamanten sind eine ganz besondere Form, sich an einen lieben Verstorbenen zu erinnern.
Foto: djd/Algordanza Erinnerungsdiamanten

 

Wie entsteht der Diamant?

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Im ersten Schritt wird der oder die Verstorbene durch den Bestatter in Deutschland eingeäschert. Bei sehr hohen Temperaturen und unter großem Druck wird aus einem Teil der Kremationsasche der Kohlenstoff in einem Labor in einen Rohdiamanten umgewandelt und in Handarbeit geschliffen. Für die Herstellung eines oder mehrerer Diamanten sind mindestens 500 Gramm Asche oder 5 bis 10 Gramm Haare notwendig. Die restliche Asche kann für die Urnenbeisetzung an den Bestatter in Deutschland zurückgeführt werden oder auch in der Schweiz beigesetzt werden. In Deutschland ist derzeit zwar die Produktion der Diamanten aus Asche verboten, der Besitz jedoch ist erlaubt. Einzige Ausnahme ist das Bundesland Brandenburg.

 

Welche Funktion kann der Diamant für die Hinterbliebenen haben?

„Ein Erinnerungsdiamant kann gerade in schweren Zeiten für die Angehörigen ein wichtiger Begleiter im Alltag sein“, erklärt Frank Ripka, Vertreter des Schweizer Unternehmens, das den Diamanten vor über 16 Jahren „erfunden“ hat. Der Diamant verhindere im wahrsten Sinne des Wortes ein „Allein-Sein“ des oder der Hinterbliebenen und sei eine stete Erinnerung an die geliebte Person. Gerade auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, für die ein Weg zur Grabstelle mühsam ist, kann ein Erinnerungsdiamant eine sinnvolle Ergänzung sein. Den Erinnerungsdiamanten kann man auf Wunsch in der Schweiz empfangen und auch unter Einhaltung der Corona-Regeln einen Besichtigungstermin vereinbaren. Unter www.algordanza.com** gibt es alle weiteren Informationen.

 

Diamant aus Kremationsasche
Der zwischen vier und acht Monate dauernde Herstellungsprozess findet in der Schweiz statt. Die Produktion steht für interessierte Kunden offen für eine Besichtigung.
Foto: djd/Algordanza Erinnerungsdiamanten

 

Was berichten Hinterbliebene über ihren Umgang mit dem Diamanten?

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In einem von renommierten Soziologen und Theologen herausgegebenen Buch berichten Personen, die sich für diese Form des Totengedenkens entschieden haben, in Interviews offen über den Umgang mit dem Erinnerungsdiamanten. „Der Diamant ist das Einzige, was von meiner Frau und ihrem Körper übriggeblieben ist“, erzählt beispielsweise ein Hinterbliebener. Dieses Übriggebliebene leuchte und brilliere, dies sei so viel schöner als die Verwesung. Den Ring mit dem Diamanten trage er ständig bei sich. Das Buch „Der Glanz des Lebens – Aschediamant und Erinnerungskörper*“ (Vandenhoeck & Ruprecht Verlage) ist 2019 erschienen.

 

Diamant aus Kremationsasche
Anders als im deutschen Bestattungsrecht besteht im europäischen Ausland die Möglichkeit, aus der Asche von Verstorbenen Schmuckstücke herstellen zu lassen. Der Besitz der Diamanten ist aber auch in Deutschland erlaubt, einzige Ausnahme ist das Bundesland Brandenburg.
Foto: djd/Algordanza Erinnerungsdiamanten

 

Die Bestattungskultur ist im Wandel – hin zu individuelleren Gedenk- und Erinnerungsformen. Im Jahr 2004 entstand in der Schweiz die Idee, aus der Kremationsasche des oder der Verstorbenen einen Erinnerungsdiamanten herzustellen. „Er kann gerade in schweren Zeiten für die Angehörigen ein wichtiger Begleiter im Alltag sein“, erklärt Frank Ripka, Vertreter des Schweizer Unternehmens Algordanza. Der Diamant verhindere im wahrsten Sinne des Wortes ein „Allein-Sein“ des oder der Hinterbliebenen und sei eine stete Erinnerung an den geliebten Menschen. In Deutschland ist der Besitz des Erinnerungsdiamanten erlaubt, die Herstellung allerdings nicht. Einzige Ausnahme ist Brandenburg. Alternativ ist überall die Herstellung aus mindestens 5 bis 10 Gramm Haaren möglich und rechtlich erlaubt.